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Fachartikel: Produktionstechnik > Automatisierung


Ausgabe: 12/2010

Waagen sind für die exakte Dosierung unentbehrlich, besonders wenn viele verschiedene Rohstoffe zu einer genau definierten Mischung zusammengefügt werden sollen. Selbst für XXL-Abwägungen im Bereich von Tonnen gibt es das passende «Messinstrument».

Nicht nur zur Weihnachtszeit sind Waagen wichtige Helfer. Ohne sie ist eine exakte Abmessung der Zutaten undenkbar und die gleichbleibende Qualität der Endprodukte nicht zu gewährleisten. Daher gibt es für jede Art von Dosierung und Wägung die passende Waage. So spielen beispielsweise Mehrkopfwaagen in der Lebensmittelindustrie eine wichtige Rolle. Was für das Abwiegen im Bereich von Grammangaben bis wenige Kilogramm gilt, lässt sich natürlich auch im grossen Stil umsetzen. So genannte Komponentenwaagen sind die "Schwergewichte" unter den Waagen. "Ihr Fassungsvermögen beginnt bei einem Minimum von 50?kg und reicht bis zur Verwiegung von Tonnen, wobei die Gewichtsskala nach oben offen ist", wie Bernhard Berger, Mit-inhaber der Wirtech AG, erklärt.
Die Komponentenwaage besteht aus einem Stahlbehälter, der für Lebensmittel aus rostfreiem Stahl gefertigt ist. "Dieser hat am Boden eine Austragsvorrichtung, damit der Behälter nach der Befüllung leicht wieder entleert werden kann. Die Einheit aus Behälter und Austragsvorrichtung wird an Messzellen aufgehängt. Je nach Grösse sind das drei, vier, sechs, acht oder mehr Messzellen", sagt Berger. Die Grösse der Chargenmenge, die von der nachgelagerten Maschine weiterverarbeitet werden kann, ist dabei massgebend für die Grösse der Komponentenwaage. "Nehmen wir zum Beispiel einen Schokoladenproduzenten. Dieser braucht Tonnen verschiedener Kakaobohnen für seine Schokoladenspezialitäten. Wenn der nachfolgende Prozess, wie beispielsweise die Rösterei, eine Tonne pro Mischung verarbeitet, dann ist diese Menge richtungsweisend für die Komponentenwaage", sagt der Mitinhaber.
Ein weiterer Faktor für die Konzeption der Komponentenwaage ist auch die örtliche Gegebenheit. Meist steht die Waage im Keller unterhalb der Lager oder unter Silogebäuden, um die Wege, welche die Zutaten zurücklegen müssen, kurz halten zu können. Entsprechend dem Aussehen der Siloanlage oder des Lagergebäudes sieht dann auch die Waage aus. "Wenn es eine riesige Siloanlage von 20?m Länge und 4?m Breite ist, dann sieht unsere Waage relativ ähnlich aus", so Berger. "In diesem Fall wird die Waage ziemlich lang, damit auch alle Lagerstellen einbezogen sind."
Zum Abwiegen aller Komponenten wählt der Bediener an der Steuerung die gewünschte Rezeptur und gibt das Sollgewicht der fertigen Mischung ein. Aufgrund dessen werden automatisch die entsprechenden Mengen der jeweiligen Komponenten abgewogen. "Dies geschieht natürlich nicht gleichzeitig, sondern jede Komponente wird einzeln abgewogen. Die Steuerung gibt die Sollmenge vor, wobei die Messzellen der Steuerung zurückmelden, wann die exakte Menge erreicht ist", sagt Berger. "In der Praxis ist es so, dass unsere Waage schneller eindosiert, als der nachfolgenden Prozess verarbeiten kann. Der Bediener kann aber trotzdem am Morgen die ganze Tagesproduktion eingeben. Die Steuerung verarbeitet dann eine Mischung, übergibt diese Charge
dem nachfolgenden Prozess und arbeitet bereits an der nächsten Charge. Dann wartet die Komponentenwaage mit der Entleerung der fertigen Mischung, bis der nachfolgende Prozess ‹meldet›, dass er für die Übernahme bereit ist."

>> Lesen Sie mehr darüber in der aktuellen Ausgabe LT 12/10.

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